Schlaganfall verdoppelt Demenzrisiko

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Schlaganfall verdoppelt Demenzrisiko

Beitrag von Ärztliche Praxis » 25.07.2008, 06:40

Gedächtnisverlust auch bei zuvor geistig fitten Personen
Schlaganfall verdoppelt Demenzrisiko

24.07.08 - Schlaganfälle führen nicht nur zu Lähmungen und Sprachstörungen, sondern erhöhen zudem das Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Auch Menschen, die zuvor im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte waren, können nach einem Schlaganfall eine schwere, nicht umkehrbare Gedächtnisstörung entwickeln. Darauf weist die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft anlässlich einer aktuellen Studie hin.

"Die meisten Menschen bringen einen Schlaganfall nur mit der Halbseitenlähmung in Verbindung", erklärt Prof. Martin Grond, Vorstandsmitglied der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und Chefarzt am Kreisklinikum Siegen. Doch eine Apoplexie kann verschiedene Konsequenzen haben.

"Neben Lähmungen sind Seh-, Sprach- und Schluckstörungen weit verbreitete Schlaganfallfolgen. Dass aber im weiteren Verlauf auch bei Patienten mit vor dem Schlaganfall noch völlig intakter geistiger Leistungsfähigkeit überproportional häufig die Denkfähigkeit nachlassen kann und Erinnerungen verschwinden, war in der Form nicht bekannt", so Grond weiter.

Doch eine aktuelle niederländische Studie belegt nun einen signifikanten Zusammenhang: Bei Patienten, die einen Schlaganfall erlitten haben, entwickelt sich doppelt so häufig eine Demenz wie bei Nicht-Betroffenen.

Im Rahmen der Studie unterzogen sich zwischen 1990 und 2005 alle Einwohner eines Rotterdamer Vorortes, die älter als 55 Jahre waren, regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen. Bei der Datenauswertung wurden nur Personen berücksichtigt, die zu Studienbeginn weder eine Demenzerkrankung aufwiesen noch einen Schlaganfall erlitten hatten.

Bei jedem zehnten Proband ereignete sich während des Untersuchungszeitraumes eine Apoplexie. Bei diesen Studienteilnehmern traten später doppelt so viele Demenzerkrankungen auf wie in der Nicht-Schlaganfall-Gruppe.

Apoplexie kann auch bestehende Demenz verschärfen

"Denken und Erinnern gehören zu den persönlichsten Eigenschaften eines Menschen. Dass ein Schlaganfall uns dieser Fähigkeiten berauben kann, ist auch für die Angehörigen eine schlimme Erfahrung. Die Studienergebnisse zeigen erneut, wie wichtig es ist, sich vor einem Schlaganfall zu schützen", erklärt Grond. Hier käme der Behandlung der Risikofaktoren, insbesondere des Bluthochdruckes, eine zentrale Bedeutung zu.

Grond weist zudem darauf hin, dass ein Schlaganfall auch eine bereits bestehende Demenz verschlimmern kann. Außerdem müsse man davon ausgehen, dass viele Demenzen die Folge von wiederholten transitorischen ischämischen Attacke (TIA) seien. "Diese werden von den Patienten häufig gar nicht bemerkt, hinterlassen in der Summe aber schwere Schäden", berichtet Grond.

Mehr zum Thema:
Abstract der Originalpubliaktion in "Stroke"
http://stroke.ahajournals.org/cgi/conte ... ct/39/1/36

Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft / fs

Fundstelle:
http://www.aerztlichepraxis.de/artikel_ ... 444385.htm
Zeitung "Ärztliche Praxis"
http://www.aerztlichepraxis.de

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