ARMUT DURCH PFLEGEBEDÜRFTIGKEIT: VOLLVERSICHERUNG KANN RISIKO DEUTLICH SENKEN - Studie informiert

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

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WernerSchell
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Pflegebedürftige - Eigenanteile für Pflege im Heim steigen weiter

Beitrag von WernerSchell » 31.07.2020, 17:05

Ärzte Zeitung vom 31.07.2020:
Pflegebedürftige
Eigenanteile für Pflege im Heim steigen weiter

Die Kosten für Pflegeheimbewohner und deren Angehörige gehen seit Jahren nach oben. Der Trend setzt sich nun ungebremst fort – das erhöht den Druck zum politischen Gegensteuern.
... (weiter lesen unter) ... > https://nlcontent.aerztezeitung.de/redi ... D54AF1E889


Deutsches Ärztblatt vom 31.07.2020:
Eigenanteile für Pflegebedürftige im Heim steigen weiter
Berlin – Für Pflegebedürftige wird die Betreuung im Heim immer teurer. Im bundesweiten Schnitt stiegen die selbst zu zahlenden Anteile jetzt über die Marke von 2.000 Euro im Monat, wie aus Daten des Verbands der Ersatzkassen (vdek) mit Stand 1. Juli... [mehr] > https://www.aerzteblatt.de/callback/let ... &id=112024
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WernerSchell
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Gestiegene Eigenanteile: Die Reform der Pflegeversicherung ist überfällig

Beitrag von WernerSchell » 31.07.2020, 17:22

Gestiegene Eigenanteile: Die Reform der Pflegeversicherung ist überfällig

Berlin, 31. Juli 2020 - Für die Betreuung im Heim müssen Pflegebedürftige immer mehr selbst bezahlen. Die Eigenanteile sind nach Angabe des Verbandes der Ersatzkassen jetzt über die Marke von 2000 Euro im Monat gestiegen.

Dazu sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik in der Diakonie Deutschland:
"Eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung ist längst überfällig. Schon lange dringen wir darauf, dass die Eigenanteile für die Pflege mindestens begrenzt werden. Die Pflegeversicherung sollte das Pflegerisiko absichern. Davon sind wir heute weit entfernt. Dahin müssen wir aber zurückkommen.
Zügiges politisches Handeln ist angesichts der demographischen Entwicklung alternativlos.

Außerdem braucht es eine neue Investitionsförderung durch die Länder, die sich nicht aus der Verantwortung für eine Pflegeinfrastruktur stehlen dürfen."

Die Eigenanteile, die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen selbst bezahlen müssen, setzen sich zusammen aus den Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie aus der Beteiligung an den Investitionskosten des Heimträgers und an den Kosten für die Pflege im Heim. Die Eigenanteile an den Pflegekosten sollten durch eine Reform der Pflegeversicherung im ersten Schritt gesenkt und perspektivisch wieder vollständig über die Pflegeversicherung finanziert werden.

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Quelle: Pressemitteilung vom 31.07.2020
Stephan Röger, stellv. Pressesprecher
Pressestelle, Zentrum Kommunikation
T +49 30 65211-1780
F +49 30 65211-3780
pressestelle@diakonie.de

Diakonie Deutschland
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Die Eigenanteile in der stationären Pflege steigen weiter ...

Beitrag von WernerSchell » 03.08.2020, 07:24

Die Eigenanteile in der stationären Pflege steigen weiter – und damit der Druck, eine Reform der Pflegefinanzierung endlich anzugehen
Blogbeitrag von Prof. Dr. Stefan Sell vom 1. August 2020 von Stefan Sell
»Bewohner von Pflegeheimen müssen einen immer höheren Eigenanteil aufbringen. Im Schnitt liegt er inzwischen bei über 2.000 Euro pro Monat. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind groß«, so eine der vielen Meldungen in diesen Tagen: Eigenanteil in der Pflege steigt weiter. Ganz korrekt müsste es heißen: Die Eigenanteile der Pflegebedürftigen steigen weiter. Dazu bereits der Beitrag Die Eigenanteile der Pflegebedürftigen (nicht nur) in den Pflegeheimen steigen – und warum der Plural wichtig ist für die Diskussion über eine Begrenzung des Eigenanteils vom 20. Februar 2020: > https://aktuelle-sozialpolitik.de/2020/ ... egeheimen/
Die Abbildung über die Zusammensetzung der Finanzierungsanteile in der vollstationären Pflege verdeutlicht, warum man den Plural verwenden sollte:

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... (weiter lesen unter) ...> https://aktuelle-sozialpolitik.de/2020/ ... en-weiter/
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In NRW sind die Heimkosten am höchsten - "Warum?" fragt Alzheimer NRW

Beitrag von WernerSchell » 04.08.2020, 11:16

Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW e.V.

In NRW sind die Heimkosten am höchsten
"Warum?" fragt Alzheimer NRW


Düsseldorf, 4.08.2020 - Pflegebedürftige in NRW müssen für die Unterbringung im Heim immer tiefer in die Tasche greifen. Während die Eigenanteile im Bundesdurchschnitt bei knapp 2.000 Euro im Monat liegen, müssen Bewohnerinnen und Bewohner stationärer Pflegeeinrichtungen in NRW laut Statistik des Verbands der Ersatzkassen im Schnitt 2.400 Euro hinzuzahlen. „Für uns liegt kein erkennbarer Grund vor, warum Pflegebedürftige in NRW deutlich stärker belastet werden als in anderen Bundesländern“, erklärt Regina Schmidt-Zadel, Vorsitzende des Landesverbands Alzheimer NRW. „Dafür erwarten wir eine Erklärung von der Landesregierung und den Pflegekassen“, so Schmidt-Zadel.

Laut Verband der Ersatzkassen beträgt der Eigenanteil in NRW derzeit durchschnittlich 2.405 Euro im Monat. Das entspricht einem Anstieg um 68 Euro binnen eines Jahres. Damit hat NRW die teuersten Heimplätze in ganz Deutschland. Bundesweit liegt der monatliche Eigenanteil bei 2.015 Euro im Monat, also rund 400 Euro niedriger als in NRW. Die Pflegeversicherung zahlt lediglich je nach Pflegegrad einen Festbetrag für die rein pflegerischen Versorgungsleistungen. Die Differenz zwischen den tatsächlichen Pflegekosten und den Leistungen der Pflegeversicherung müssen die Betroffenen selbst decken. Allein für die reine Pflege stieg der Eigenanteil in NRW auf 818 Euro im Monat, gut 100 Euro mehr als Anfang 2019. „Das ist weder nachvollziehbar noch zumutbar“, sagt Schmidt-Zadel.

Immer mehr Pflegebedürftige sind auf Sozialhilfe angewiesen
Zu den reinen Pflegekosten kommen noch Kosten für Unterbringung und Verpflegung sowie Investitionskosten. Diese müssen Pflegebedürftige aus ihrer Rente oder ihrem Vermögen bestreiten. Schon jetzt sind immer mehr Menschen nicht mehr in der Lage, die Zuzahlungen selbst aufzubringen und auf Sozialhilfe angewiesen, so Alzheimer NRW. Das wiederum belastet die Kommunen. „Die Eigenanteile müssen gesenkt und gedeckelt werden, um gerade einkommensschwache Menschen in Heimen zu entlasten“, fordert Schmidt-Zadel. Zur Finanzierung könnten unter anderem Steuermittel eingesetzt werden. Lohnsteigerungen für Pflegekräfte etwa, die berechtigt und notwendig seien, dürften nicht zu Lasten der Pflegebedürftigen gehen. „Was es braucht, ist eine Pflegeversicherung, die ihren Namen verdient und alle pflegebedingten Kosten abdeckt“, so die langjährige Gesundheitspolitikerin.

Knackpunkt Investitionskosten
Ein Knackpunkt sind nach Ansicht von Alzheimer NRW zudem die Investitionskosten. Dazu gehören Ausgaben für Aus- oder Umbau und Instandhaltung sowie für Anschaffungen und technische Ausstattung. Laut Sozialgesetzgebung müssen sich die Bundesländer an den Investitionskosten beteiligen und so für eine angemessene Infrastruktur in den Pflegeeinrichtungen sorgen. Doch die Landesmittel fließen nur spärlich. Vielmehr wird ein Großteil der Investitionskosten auf die Heimbewohner umgelegt. „Es kann doch nicht sein, dass Pflegebedürftige mit ihrer Rente dazu beitragen müssen, Bäder umzubauen oder den Aufzug instand zu halten“, so Schmidt-Zadel.
Die von Gesundheitsminister Spahn für den Herbst angekündigte Pflegereform sei daher schon lange überfällig. „Alle älteren und pflegebedürftigen Menschen haben ein Recht auf gute und bezahlbare Pflege, egal in welchem Bundesland sie leben“, erklärt die Vorsitzende von Alzheimer NRW.

Quelle: Pressemitteilung vom 04.08.2020
V.i.S.d.P. Regina Schmidt-Zadel MdB a.D., Vorsitzende
Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW e.V. Bergische Landstraße 2 * 40629 Düsseldorf
Tel. 0211/240869 – 18 * Fax. 0211/240869 - 11
presse@alzheimer-nrw.de * www.alzheimer-nrw.de

Der Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW e.V. wurde 2003 gegründet. Er ist die Interessenvertretung der regionalen Alzheimer Gesellschaften und Alzheimer Angehörigen- Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeinitiativen in NRW. Er führt laufend eigene Projekte durch, z.B. das Projekt "Leben mit Demenz", eine Schulungsreihe für Angehörige. Er ist Veranstalter von Fachtagungen und Herausgeber eigener Publikationen. Er setzt sich für einen würdevollen Umgang mit Menschen mit Demenz ein, insbesondere in der Pflege, und wirkt an der Verbesserung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Gremien, Ausschüssen und auf politischer Ebene mit.

Vorstandsvorsitzende: Regina Schmidt-Zadel MdB a.D., stellv. Vorsitzende: Prof. Dr. Ralf Ihl, Dr. Harald Brauer
Geschäftsführerin: Beate Rohr-Sobizack
VR9233 Amtsgericht Düsseldorf
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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